Franken und Oberpfalz

Es wäre schade, wenn das schöne Wort "Franken" im Worte "Bayern" unterginge!

Karl Julius Weber



1500 v. Chr. Neolithikum: Die Region zwischen Tauber und Thüringer Wald wird als Ackerland genutzt.

1200 - 700 v. Chr. Urnenfelderzeit

150 - 50 v. Chr. Spätlatènezeit: erste keltische Zivilisationsspuren.

um 50 v. Chr. Markomannen dringen ins Maingebiet ein und ziehen nach ihrer Niederlage nach Böhmen ab.

um 10 Römisches Standlager bei Marktbreit am Main.

90/91 Römische Kastelle am Westufer des Untermains, der als "nasser" Limes dient.

155 Obergermanischer Limes mit Steintürmen und Kastellen beginnt bei Bürgstadt / Miltenberg und erstreckt sich über Walldürn bis Lorch.

233 Beginn der Völkerwanderung: Alemannen aus dem Main- und Altmühlgebiet durchbrechen den Limes. Burgunder ziehen in die verlassenen Maingebiete.

406 / 407 Wandalen, Alanen und andere Ostgermanen ziehen durch das Maingebiet.

496 / 506 Chlodwigs Siege über die Alemannen öffnen Taubertal und Mainlande für die fränkische Landnahme.

531 Nach ihrer Niederlage werden die Thüringer aus Ostfranken verdrängt; Anfänge der Christianisierung Ostfrankens.

689 Die irischen Missionare Kilian, Koloman und Totnan werden in Würzburg enthauptet.

706 Die Marienkirche auf dem Marienberg zu Würzburg wird erstmals urkundlich erwähnt.

742 Bonifatius gründet die Bistümer Eichstätt und Würzburg, Karlmann stattet sie aus.

752 "Erhebung" der Gebeine der irischen Märtyrer, der "Frankenapostel".

ab 768 Frankenreich Kaiser Karls des Großen: 843 im Vertrag von Verdun wird das Frankenreich in ein Mittel-, Ost- und Westreich geteilt. Das Ostfrankenreich der Karolinger existiert bist ca 911. Die Schwächung der königlichen Zentralgewalt, u.a. durch wiederholte Angriffe von außen (Ungarneinfälle), führt zur Bildung von Stammesherzogtümern wie Sachsen, Thüringen, Franken, Bayern, Schwaben und Lothringen.

895 - 906 Auseinandersetzung der Babenberger und Konradiner um die Vorherrschaft in Ostfranken; der letzte der alten Babenberger (Adalhard) wird in Theres am Main enthauptet.

906 Konrad wird Herzog von Ostfranken und 911 deutscher König. Nachdem sein Bruder Eberhard sich gegen Otto I. empört hat, wird das Herzogtum Franken ab 937 für immer mit der Krone vereint.

1007 Kaiser Heinrich gründet das Bistum Bamberg und unterstellt es dem Papst. Die Bistümer Würzburg und Eichstätt müssen erhebliche Gebiete an die neue Diözese abtreten.

1050 Erste urkundliche Erwähnung Nürnbergs; 1062 verleiht Heinrich III. Nürnberg Markt- und Zollrechte.

1146 Nürnberg gewährt verfolgten Juden aus dem Rheinland Aufnahme

1156 Kaiser Friedrich I. Barbarossa heiratet in Würzburg Beatrix von Burgund und erhebt 1168 den Bischof von Würzburg zum Herzog von Ostfranken.

1219 Friedrich II. stellt für Nürnberg den "Großen Freiheitsbrief" aus, Grundlage der wirtschaftlichen Blüte der Stadt. Ende des 13. Jh. wird Nürnberg dann Freie Reichsstadt.

1298 Judenverfolgung im Bistum Bamberg.

1348 / 1349 Handwerkeraufstand in Nürnberg.

1349 Im Zuge der großen Pest setzen in Würzburg, Bamberg und Nürnberg erneut Judenverfolgungen ein. Anstelle der Synagogen werden Marienkirchen erbaut.

1356 Karl IV. verkündet in Nürnberg die "Goldene Bulle", gewissermaßen das "Reichsgrundgesetz". Seitdem muß jeder deutsche König seinen ersten Reichstag in Nürnberg halten.

1424 Nürnberg wird zum Aufbewahrungsort der Reichsinsignien (bis 1796).

um 1500 Der Fränkische Reichskreis wird gebildet. Bamberg hat das Direktorium, ab 1559 wird Brandenburg Mitvorsitzer.

1504 Nürnberg erhält vom Herzog Albrecht von Bayern, dem Sieger im Landshuter Erbfolgekrieg, sieben Ämter und bildet so sein Landgebiet.

ab ca. 1525 Die Reformation verbreitet sich auch in Franken. Gleichzeitig erfaßt der Bauernkrieg Franken. Der Aufstand wird jedoch vom Heer des Schwäbischen Bundes niedergeschlagen.

1533 Erlaß der brandenburgisch-nürnbergischen Kirchenordnung, die maßgebend für die zur Reformation übergegangenen fränkischen Gebiete wird.

1552 - 1554 Markgrafenkrieg: Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach greift die Hochstifte Bamberg und Würzburg sowie die Reichsstadt Nürnberg an, um ein Herzogtum Franken zu schaffen. Dabei werden die Städte Aschaffenburg, Schweinfurt und Kulmbach zerstört.

1631 Im Dreisigjährigen Krieg erobert Gustav Adolf die katholischen Teile Frankens und übergibt sie an seinen Verbündeten Bernhard von Weimar.

1634 Nach der Niederlage von Nördlingen räumen die Schweden das Land.

1791 Gegen eine lebenslange Rente verkauft Markgraf Karl Alexander Ansbach und Bayreuth an Preußen.

1803 Im Reichsdeputationshauptschluß bekommt Bayern die Hochstifte Bamberg und Würzbug, dazu die Reichsstädte Rothenburg, Windsheim und Weißenburg zugesprochen. Alle Stifte und Klöster (ausgenommen die der Bettelorden) werden säkularisiert.

1806 Max IV. Joseph von Bayern erhält von Napoleon den Königstitel; Beitritt Bayerns zum Rheinbund. Ansbach, Nürnberg und 1810 Bayreuth werden bayerisch, damit erlischt auch Preußens Einfluß in Franken.

1834 Bayerns Beitritt zum Deutschen Zollverein hat einen wirtschaftlichen Aufschwung der Städte Nürnberg, Fürth, Hof, Schweinfurt und Aschaffenburg zur Folge.

1837 König Ludwig I. verfügt die Kreiseinteilung in Unter-, Mittel-, und Oberfranken.

1846 Eine schwere Hungersnot in Franken bewirkt die erste Massenauswanderung in die USA.

1848 / 1849 Die bürgerliche Revolution erfaßt auch Franken.

1919 Räteaufstand in Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg, Bayreuth und Nürnberg.

1920 - 1923 Inflation und Wirtschaftskrise führen erneut zu einer Massenauswanderung in die USA.

1933 - 1938 Die Nationalsozoalisten instrumentalisieren Nürnbergs reichsherrliche Vergangenheit für ihre Propagandazwecke und erklären sie zur "Stadt der Reichsparteitage", 1935 Erlaß der Nürnberger Gesetze, nach denen Deutsche jüdischen Glaubens / Herrkunft systematisch diskriminiert werden.

1945 US-Truppen besetzen Franken, Zugehörigkeit zur amerikanischen Besatzungszone.

1945 - 1950 Nürnberger Prozesse gegen hohe und mittlere NS-Funktionäre vor einem internationalen Militärgericht.



Tabelle nach Werner Dettelbacher